Coaching: Mehr als nur „darüber reden“

Ein anstrengender Arbeitsalltag, komplexe Teamdynamiken oder die Frage nach dem nächsten Karriereschritt: Im Berufsleben stossen wir alle irgendwann an Grenzen, an denen blosses Nachdenken im Kreis führt. Hier kommen Supervision und Coaching ins Spiel. Doch während die Methoden in modernen Unternehmen und sozialen Einrichtungen fest verankert sind, hält sich bei Skeptikern hartnäckig das Vorurteil: „Das ist doch nur teures Kaffeetrinken.“

Steckt mehr hinter diesen Beratungsformen als gemeint? Muss das Bauchgefühl der wissenschaftlichen Überprüfung weichen? Die klare Antwort lautet: Ja! …und zwar mit beeindruckenden Ergebnissen: In den letzten Jahren hat die psychologische und arbeitsorganisatorische Forschung hunderte von Studien vorgelegt, die messbare Effekte belegen. Ein tiefer Blick in die Daten zeigt, warum sich diese Investitionen nachhaltig lohnen.

Coaching: Der Katalysator für individuelle Leistung

Coaching fokussiert sich meist auf die persönliche Weiterentwicklung, Führungskompetenzen oder berufliche Veränderungen. Dass dies kein Modetrend ist, untermauern gross angelegte Metaanalysen, also statistische Zusammenfassungen vieler Einzelstudien, die eine besonders hohe Aussagekraft besitzen.

Eine der meistzitierten Arbeiten in diesem Bereich ist die Metaanalyse von Theeboom, Beersma und van Vianen. Die Forschenden konnten zweifelsfrei nachweisen, dass Coaching signifikante, positive Effekte auf fünf Kernbereiche hat:

  • Leistung und Fähigkeiten: Die Arbeitsperformance verbessert sich messbar.
  • Wohlbefinden: Stresssymptome sinken, während die allgemeine Lebenszufriedenheit steigt.
  • Bewältigungsstrategien (Coping): Klienten lernen, besser mit Krisen und Druck umzugehen.
  • Arbeitszufriedenheit: Die Bindung an die eigenen Aufgaben nimmt zu.
  • Zielerreichung: Die Wahrscheinlichkeit, gesteckte berufliche Ziele tatsächlich zu erreichen, erhöht sich drastisch.
Ergänzend zeigt eine umfassende Metaanalyse von Jones, Sharpley und Moxnes, dass Coaching im organisationalen Kontext, also direkt in Unternehmen eingesetzt, die Leistung von Führungskräften und Mitarbeitenden massiv steigert. Interessant ist hierbei: Es macht statistisch kaum einen Unterschied, ob das Coaching vor Ort oder online stattfindet. Die Wirksamkeit bleibt konstant hoch, solange die Beziehungsqualität zwischen Coach und Coachee stimmt.

 

Supervision: Der Schutzschild gegen das Burnout

Während Coaching oft ziel- und leistungsorientiert ist, blickt die Supervision (besonders im psychosozialen, medizinischen und pädagogischen Bereich) tiefer auf die Reflexion des eigenen Handelns und die Teamentwicklung in die Dynamik im Team. Sie dient traditionell der Qualitätssicherung und der Psychohygiene.

Die Wirksamkeit von Supervision im Gesundheits- und Sozialwesen wurde unter anderem in einer systematischen Übersichtsarbeit von Rothwell et al. untersucht. Die Ergebnisse machen deutlich, dass regelmäßige Supervision direkt mit einer höheren Resilienz und einer spürbaren Reduktion von Burnout-Symptomen korreliert.

In Branchen mit hoher emotionaler Belastung, wie der Pflege oder der Sozialarbeit, fungiert Supervision als essenzieller Schutzschild. Sie hilft Fachkräften, die nötige professionelle Distanz zu wahren, Erlebtes zu verarbeiten und die Fallarbeit (die Qualität im Umgang mit Klienten) nachweislich zu verbessern. Ohne Supervision steigen in diesen Bereichen die Fluktuationsraten und die Fehltage wegen psychischer Überlastung rasant an.

Der gemeinsame Nenner: Warum funktioniert es?

Die Wissenschaft ist sich einig, dass der Erfolg beider Formate auf ähnlichen psychologischen Mechanismen beruht. Forscher wie Grassmann et al. haben in ihren Arbeiten zur Wirksamkeitsforschung im Coaching immer wieder betont, dass vor allem drei Faktoren entscheidend sind:

  • Die Arbeitsbeziehung: Vertrauen und emotionale Unterstützung durch den Coach oder Supervisor sind die wichtigste Basis („Common Factors“-Ansatz).
  • Reflexion und Selbsteinsicht: Durch gezielte Fragen verändert sich die Perspektive. Das Gehirn verlässt festgefahrene Denkmuster.
  • Ressourcenaktivierung: Es werden keine Standardlösungen vorgegeben, sondern die bereits vorhandenen Stärken des Klienten freigelegt.

Fazit: Eine Investition, kein Kostenfaktor

Die Evidenz ist eindeutig: Supervision und Coaching sind hochwirksame Instrumente der Personal- und Organisationsentwicklung. Sie sind weit mehr als eine „nette Begleitmassnahme“. Für Unternehmen bedeuten sie gesündere, motiviertere und leistungsfähigere Mitarbeitende. Für den Einzelnen bedeuten sie Klarheit, Entlastung und persönliches Wachstum.

Wer also das nächste Mal an der Sinnhaftigkeit zweifelt, darf getrost auf die Daten schauen: Professionelle Begleitung zahlt sich aus – wissenschaftlich bewiesen.

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Warum Organisationsentwicklung oft scheitert

Veränderungsprozesse in Unternehmen scheitern laut Studien zu 70%. Der Grund liegt meist in der unsichtbaren DNA des Unternehmens: der Organisationskultur. Ein Wandel gelingt nur, wenn er zur bestehenden Kultur passt und auf die inneren Antriebe der Mitarbeitenden abgestimmt ist. Hier setzt das ValueMatch Kultur-Assessment an, indem es Unternehmenskultur messbar macht.

Der ValueMatch-Ansatz: Einzigartige Doppelmessung

Klassische Analysen betrachten oft nur das System. Das Tool von ValueMatch bietet dagegen eine Doppelmessung: Es erfasst sowohl die Werte der Organisationskultur als auch die persönlichen Werte der Belegschaft. Durch diesen direkten Abgleich wird sofort sichtbar:

    • Passt die gewünschte Kultur zu den Werten der Mitarbeitenden?
    • Wo gibt es Reibungspunkte (Misalignments)?
    • In welchem Umfeld kann das Team sein volles Potenzial entfalten?

Das wissenschaftlich fundierte Assessment basiert auf dem Entwicklungsmodell Spiral Dynamics (nach Clare W. Graves). Es eignet sich für jeden Organisationstyp und ist ideal für Unternehmen, die sich in Richtung Selbstmanagement und Sinnorientierung (wie in Frédéric Lalouxs Reinventing Organizations beschrieben) entwickeln wollen.

Was genau wird gemessen?

Mit 17 Fragen zum Individuum und 27 Fragen zur Organisation analysiert das Assessment:

    1. Tiefere Motivationen der einzelnen Mitarbeiter.
    2. Aktuelle Wahrnehmung der gelebten Unternehmenskultur.
    3. Wunschvorstellung (Vision) für die zukünftige Kultur und Struktur.

Daraus lässt sich zudem die konkrete Veränderungsbereitschaft (Change Readiness) ablesen – Führungskräfte sehen schwarz auf weiss, wie offen das Team für den Wandel ist.

Fazit: Kulturwandel mit System

Kultur lässt sich nicht verordnen. Mit dem Kultur-Assessment von ValueMatch arbeiten Sie bei Ihrer Transformation mit präzisen Daten statt mit Bauchgefühl. Möchten Sie herausfinden, wie gut die Werte Ihrer Organisation und die Antriebe Ihrer Mitarbeitenden zusammenpassen? Alle Details finden Sie direkt auf der Website zum ValueMatch Kultur-Assessment.

 

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Presencing und Absencing

In der Theorie U beschreibt C. Otto Scharmer, wie ein System auf Störungen eingehen kann: mit Presencing oder Absencing. Dies kann aktuell in der Gesellschaft mit dem Umgang mit der Coronavirus-Pandemie oder dem Klimawandel beobachtet werden. Auch in meiner Praxis mit Teamentwicklung, Supervision und Coaching setze ich die Theorie U regelmässig ein. 

In der Theorie U sind Precencing und Absencing zwei von C. Otto Scharmer beschriebene Reaktionen von Systemen auf eine Störung. Precencing führt zu einer Weiterentwicklung des Systems; Absencing zu einem Trauma oder der Selbstzerstörung des Systems. Im folgenden Video (englisch) erklärt C. Otto Scharmer die beiden Reaktionen gleich selbst:

Zwei aktuellen Störungen in der Gesellschaft werden durch die Coronavirus-Pandemie und den Klimawandel ausgelöst. Im Artikel Acht aktuelle Lektionen vom 16. März 2020 beschreibt C. Otto Scharmer, wie die Gesellschaft mit den beiden Störungen umgeht. Der Umgang verschiedener Regierungen mit der Coronavirus-Pandemie ist dabei Thema. C. Otto Scharmer beschreibt anhand der Theorie U,  wie sich Presencing und Absencing aktuell auswirken und was wir daraus lernen können.

Nicht nur auf die Gesellschaft lässt sich Presencing und Absencing anwenden, sondern auch in der Supervision, im Coaching oder der Teamentwicklung. In meiner Praxis arbeite ich bei Störungen oft mit der Theorie U und leite die Kundinnen und Kunden durch die Schritte des Presencings. Nicht zuletzt auch daher, da dieser Prozess die Entwicklung neuer Wertesysteme anhand der Spirale von Spiral Dynamics integral (SDi) ermöglicht:

Theorie U: Presencing und Absencing

Spiral-Dynamics-Assessment

Spiral-Dynamics-integral-Assessments geben einen Einblick in die Dynamik zwischen Ihnen und Ihrem Arbeits- und Lebensumfeld. Dabei verwende ich das Werte-Assessment von ValueMatch.  Auch wenn die Berichte, die Sie von ValueMatch erhalten, viele Erklärungen liefern: Ein Coaching bietet eine zusätzliche Vertiefung.

Spiral Dynamics Fingerabdruck

Sie füllen als erstes einen Fragebogen von ValueMatch aus. Nach dem Ausfüllen des Fragebogens erhalten einen Bericht mit Erläuterungen zu Spiral Dynamics integral (SDi) und eine persönliche Interpretation Ihrer Antworten. 

Der Bericht gibt Ihnen einen Einblick in Ihre tiefliegenden Werte und vermittelt Ihnen eine Vorstellung davon, welches Lebens- und Arbeitsumfeld am besten zu Ihnen passt, wo mögliche Fallstricke liegen und welche Lebens- und Arbeitsumfelder keinesfalls zu Ihnen passen.

Als ValueMatch Certified Practitioner biete ich ihnen anschliessend ein einstündiges Coaching an und bespreche mit Ihnen, was die Ergebnisse des Assessments in Bezug auf Ihre persönliche Entwicklung bedeuten und wo Sie sich gerne weiterentwickeln möchten.

Mit dem Assessment können Sie beispielsweise folgende Fragen bearbeiten:

  • Entscheidungen in Bezug auf neue Tätigkeiten oder Herausforderungen.
  • Deutung von Widersprüchen, die Sie in Ihrem Arbeitsumfeld, Team oder mit Ihren Kollegen erleben.
  • Welche Zielgruppe oder welche Geschäftspartner am besten zu Ihnen passen.
  • Effektiver kommunizieren und mit Anderen zusammenarbeiten.

Sie erhalten beides zusammen in Kombination für CHF 250. Habe ich Ihr Interesse geweckt? Dann melden Sie sich am besten direkt bei mir.

Spiral Dynamics im Bergsport

Berg und Steigen

Anne van Galen und John van Giels haben in der Zeitschrift Berg und Steigen das Risikoverhalten von Einzelpersonen und Gruppen thematisiert. Dabei verweisen sie auf ein Instrument, welches auf Spiral Dynamics integral (SDi) aufbaut und erläutern, welchen Einfluss die Werteprofile auf das Risikoverhalten im Bergsport haben.

Menschen motivieren sich auf unterschiedliche Art und Weise. Das zeigt sich in unterschiedlichen Kombinationen von Vorlieben und Neigungen bezüglich Herausforderungen, Risikobewertungen und Nervenkitzel. Das hat natürlich Auswirkungen auf die Tourenplanung und -ausführung, die Art zu strukturieren und Entscheidungen zu treffen oder nach anderen Perspektiven zu suchen und aus früheren Erfahrungen zu lernen.

Spiral Dynamics integral (SDi) identifiziert die Antriebsmuster und die damit zusammenhängenden Werte von Einzelpersonen oder Gruppen, die das Denken und Handeln von Menschen massgeblich bestimmen. Diese Werteprofile haben einen direkten Einfluss auf das Risikomanagement im Bergsport. In meiner Arbeit verwende ich zwar nicht das erwähnte Tool, aber mit ValueMatch lassen sich die gleichen Schlüsse ziehen. SDi ist daher auch für Bergsportlerinnen und Bergsportler sowie Bergführerinnen und Bergführer oder die Alpine Rettung ein wertvolles Instrument zur Einschätzung des eigenen Verhaltens oder das einer Gruppe.

 

Reinventing Organizations von Frederic Laloux

Reinventing Organizations

Reinventing Organizations von Frederic Laloux – ein Buch, welches die Organisationsformen gemäss den Grundlagen von Spiral Dynamics integral (SDi) beschreibt. Das Buch bietet auf eine Anschauliche Weise einen Überblick über die verschiedenen Wertesysteme und wie sie sich in den Organisationen zeigen. Durch seine Illustrationen ist das Buch gut verständlich und bietet einen Raschen überblick über die Wertesysteme in Organisationen.

Verwirrend nur, dass die Farben nicht direkt mit jenen von SDi übereinstimmen. Die ValueMatch-Profile können daher auch in den Farben von Reinventing Organizations dargestellt werden.